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Bohrwochenende Chelenalp

SAC Aarau

Tourenbericht

Datum:  Samstag, 11.07. bis Montag, 13.07.2026

Bohrwochenende Chelenalp

 
Tourenbericht
Leitung
JO

Bericht
Rebecca Berner

Foto(s)
Danny Senn

Über Pfingsten und Mitte Juli war die JO Aarau einmal mehr auf der Chelenalphütte. Im wunderschönen Gneis direkt unterhalb der Hütte wurde fleissig an Mehrseillängenrouten gebohrt.

Bereits vor mehr als einem Jahr hatten wir die Idee, dass Mehrseillängenklettern bei der Chelenalphütte eine tolle Möglichkeit wäre und uns auch einen guten Ort gebe, um dies auszubilden.

Nachdem wir mit der "Känguruwand" einen neuen Klettergarten gebohrt hatten, wussten wir auch, dass es durchaus schönen und guten Fels rund um die Hütte gibt. So gingen wir letzten Sommer den Zapfenfels erkunden. Dieser war bereits Ausgangspunkt um eine Tirolienne über die felsige Schlucht aufzuspannen. Schon bald entstand die Vision, dass an diesem Fels noch mehr entstehen könnte. Ausgehend von einem grossen Fels-Tisch mitten im felsdurchzogenen Hang zieht sich eine schöne Kletterlinie mal einem wunderschönen Riss, mal einem Zackengrat und mal über eine flache Platte hinauf. Nach 5 Seillängen steht man wieder zuoberst auf dem Zapfenfelsen. Diese Route liess uns nicht los. Bereits erste Skizzen waren gezeichnet und im Zusamenhang mit dem 100 Jahre Jubiläum der Chelenalphütte wurde mit dem OK besprochen, dass wir diese Route einbohren könnten als Geschenk für die Hütte. Passend zu ihrem Hintergrund hat die neue Mehrseillängenroute nun auch den Namen "Jubiläumsroute" erhalten.

Die JO Aarau hat an Pfingsten während des Work & Climbs begonnen die neue Route einzurichten und hat die ersten Stände und Bohrhaken in den Fels verankert. Im Juli kam ein kleines Team mit 7 Leuten nochmals zur Hütte hoch, um für drei Tange lang intensiv an den neuen Routen zu bohren. Viele Stunden hingen wir im Seil rum, schauten uns den Fels an auf der Suche nach der schönsten Route, bohrten Löcher und montierten Bohrhaken, bis dann am Sonntagabend die Route fertig war.

Ganz begeistert von dem schönen Fels haben wir gleich noch zwei weitere Routen entdeckt, alle am gleichen Ort und alle am besten zu erreichen indem man direkt über die Route abseilt.

Die zweite Route erhielt den Namen "2G-Bänkli-Pfeiler", weil sie direkt unterhalb des 2G-Bänklis liegt. Wer dieses noch nicht kennt, sollte das unbedingt mal aufsuchen, denn von da hat man einen wunderschönen Blick übers Chelenalptal.

Bei der dritten Route war lange nicht ganz sicher, ob sie wirklich möglich sein wird. Wir hatten die Idee direkt in der Schlucht in der überhängenden Wand unterhalb des Zapfenfelsens her eine Route zu errichten. Nach ausgiebigem Erkunden stellte sich dann glücklicherweise heraus, dass es tatsächlich möglich ist auf einer Felsrampe in luftiger Höhe unter dem Zapfenfelsen her zu queren und ihn in einer steilen, aber mit guten Griffen versehenen, Seillänge aus der Schlucht heraus zu erklettern. Genauso spektakulär wie das klingt, fühlte sich auch das Errichten und das erste Erklettern dieser Route an und somit wurde sie nicht ohne Grund "Nix für Gämschi" getauft.

Wir beendeten das Wochenende mit dem Klettern und Bewerten der neuen 19 Seillängen und dem ersten Entwerfen von Topos. Der Schwierigkeitsgrad der Seillängen liegt zwischen 4b und 6a.

Nebst den Mehrseillängenrouten hat auch der Klettergarten "Känguruwand" zu seinen bestehenden 7 Routen noch zwei weitere erhalten. Eine folgt über fast 40m lang einem Riss im Fels. Diesen hatten wir von Anfang an als Projekt im Auge. Ganz neu bohrten wir auch noch eine Ausbildungsroute im 4. Grad, um auch für die erste Klettererfahrung einen sanften Einstieg zu bieten. Trotz des tiefen Schwierigkeitsgrades wurde dies aber ebenfalls eine sehr lohnende Route in tollem Fels.

–––––

→ Topo der Mehrseillängenrouten

Alle Topos liegen übrigens in gedruckter Version in der Chelenalphütte auf. Viel Spass beim Klettern und Erkunden!

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